Die Historie der Henke-Gruppe

Die 1929 durch den Namensgeber Paul Henke gegründete Unternehmung war maßgeblich an der Entstehung und dem Aufschwung der ostwestfälischen Möbelindustrie beteiligt. Sehr schnell wurden die Zeichen der Zeit erkannt und man setzte mit Innovationen, Flexibilität und Kundennähe sowie einer tiefen Wertschöpfung, Akzente als Beschlagspezialist und Entwicklungspartner.

Paul Henke gründete sein Unternehmen
1929
Eröffnung eines Zulieferbetriebes für Metallteile
1938
Mit Mut ins Ungewisse
1949
Paul Henke mit einem eigenen Außendienst
1950
Beste Beziehungen nach Benelux
1952
Eintrag ins Handelsregister
1954
Zu früher Tod des Firmengründers
1959
Die erste Kunststoffspritzgussmaschine nimmt Betrieb auf
1961
Die erste Umsatzmillion ist erreicht
1964
Umzug nach Löhne-Gohfeld
1966
Die Mitarbeiterzahl wird zweistellig
1967
Einführung der Elektronischen Datenverarbeitung
1969
Ein eigener Werkzeugbau entsteht
1970
Der erste Sockelhöhenversteller von Paul Henke
1975
Erweiterung der Technologien sowie Verwaltung
1979
Roger Henke, der Enkel des Firmengründers tritt in das Unternehmen ein
1986
Günter Henke stirbt unerwartet
1987
Henke Beschläge jetzt auch in Nordamerika
1988
Dieter Henke wird alleiniger Unternehmenseigentümer
1989
Inbetriebnahme der 100. Spritzgießmaschine
1991
Investition in die Veredlung von Bauteilen
1992
Erwerb der project Kunststofftechnik GmbH in Bad Salzuflen
1994
Platzbedarf für Expansion wird genutzt
1997
Roger Henke steigt in die Geschäftsführung auf
1999
Ausbau des Werkzeugbaus
2000
Der Henke-Katalog erscheint in Ringbuchform
2001
Paul Henke ist ISO zertifiziert
2002
project-Profile im VW Golf
2003
Im Werkzeugbau wird mit Laser geschweißt
2006
Vorreiter in der Branche mit der ersten vollelektrischen Spritzgießmaschine
2007
Erste Präsentation auf der ZOW in Bad Salzuflen
2008
Der TowerMat wird zum Wahrzeichen von Paul Henke
2011
Ein neuer Bürotrakt wird eingeweiht
2012
Anschaffung der 330. Demag-Spritzgießmaschine
2013
Zertifizierung und „Ideenfeuerwerk“ auf der ZOW
2014
Umweltbewusstsein und Energieeffizienz werden deutlich
2015
Energetische Sanierung in der Verwaltung
2017
Die größte Investition der Firmengeschichte
2018
Große Herausforderungen durch die Corona-Pandemie
2020

Es brauchte schon eine gehörige Portion Mut, sich im Jahre 1929 selbständig zu machen. Die Arbeitslosigkeit lag in Deutschland bei 3,2 Millionen, politische Unruhen belasteten das Deutsche Reich und viele blickten mit düsteren Erwartungen in die Zukunft.
In dieser Zeit traf ein 27 jähriger junger Mann in Bad Oeynhausen eine äußerst mutige Entscheidung und entschloss sich, seine Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Paul Henke gründete sein Unternehmen!

Die wirtschaftliche Lage hatte sich verbessert, aber viele Menschen in Deutschland sahen die Vorzeichen des heraufziehenden 2. Weltkrieges.
Paul Henke arbeitete intensiv weiter am Erfolg und eröffnete in Eidinghausen im Keller eines Wohnhauses und einer auf dem Grundstück gelegenen Holzbaracke einen Zulieferbetrieb für die umliegenden Möbelhersteller. Mit einem Stanzautomaten wurden Bodenträgerhülsen im Folgeschnitt aus Bandstahl hergestellt.

Bad Oeynhausen und Löhne waren in der Endphase des Krieges Opfer heftiger Bombenangriffe geworden. Paul Henke gehörte in dieser Zeit zu den herausragenden Optimisten. Anstatt wie viele andere erst einmal die weitere Entwicklung abzuwarten, traf er die Entscheidung eines Vollblutunternehmers und begann mit dem Neubau eines zweistöckigen Betriebsgebäudes mit ca. 350 Quadratmeter Fläche.

In der Bundesrepublik Deutschland bahnt sich ein sensationeller Wirtschaftsaufschwung an.
Auch Paul Henke profitiert deutlich von den Erfolgen des Wiederaufbaus und richtet eine Galvanik ein. Ein Außendienstverkäufer wird eingestellt, um für noch mehr Kunden zu sorgen. Und auch im benachbarten Ausland ist man auf die Qualitätsprodukte von Paul Henke aufmerksam geworden: Erste Exporte gehen nach Belgien.

Bei Paul Henke freut man sich, dass mit den Niederlanden ein zweiter Exportmarkt geöffnet wird. Vorangetrieben durch die heimische Möbelindustrie, die dort einen sehr großen Absatzmarkt für sich entdeckte. Bis heute halten die sehr guten Beziehungen an.

Ganz Europa staunt über den Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder in der Bundesrepublik. Auch Paul Henke schreibt seine Erfolgsgeschichte fort: Im Jahre 1954 wird das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen.

Große Trauer bei der Familie Henke und den Mitarbeitern des Unternehmens, eine große Anteilnahme in der Branche. Viel zu früh verstirbt im Alter von nur 57 Jahren Firmengründer Paul Henke. Seine Frau Hedwig führt den Betrieb mit ihren Söhnen Günter und Dieter erfolgreich weiter.

Das Kunststoffzeitalter beginnt bei Paul Henke. Mit dem Kauf einer damals hochmodernen Spritzgießmaschine von Battenfeld sowie zwei Werkzeugen wird eine neue Ära in der Firmengeschichte eingeleitet. Die Sockelecken und Bodenträger aus Kunststoff werden in großer Stückzahl produziert und finden reißenden Absatz in der sich entwickelnden ostwestfälischen Küchenmöbelindustrie.

Paul Henke entwickelt sich stetig weiter, am Ende des Jahres steht die erste Umsatzmillion in den Geschäftsbüchern und gesellt sich damit in die Blüte der ostwestfälischen Möbelindustrie. Die Kapazitäten am Standort werden eng, es werden sich Gedanken um die weitere Expansion gemacht.

Bei Paul Henke wird in diesem Jahr mit dem Umzug nach Löhne-Gohfeld ein weiterer Meilenstein der Firmengeschichte gesetzt: Im Frühjahr wird ein über 5000 Quadratmeter großes Grundstück gekauft, auf dem noch im gleichen Jahr eine 1000 Quadratmeter große Produktionshalle und ein 200 Quadratmeter großes Bürogebäude entsteht. Genug für die nächsten Jahrzehnte – so glaubten damals viele.

Bei Paul Henke erreicht der Betrieb in Löhne-Gohfeld erstmals die Mitarbeiterzahl von zehn Beschäftigten und wächst damit vom Kleinbetrieb zum mittelständischen Unternehmen.

Einen Riesenschritt in die Zukunft. Vor vielen anderen, damals noch größeren Unternehmen, wurde bei Henke die EDV – die „Elektronische Datenverarbeitung“ eingeführt. Wie so oft hatte man auch hier bei Henke den „richtigen Riecher“, welche Entwicklungen zukunftsweisend werden sollten.

Die Wertschöpfung wird deutlich erhöht, indem ein eigener Werkzeugbau auf ca. 600 Quadratmeter Fläche errichtet wird. Gleichzeit wird für künftige Erweiterungen ein weiteres Grundstück mit 3200 Quadratmeter Fläche gekauft.

Ein Millionenerfolg wird bei Paul Henke erstmals produziert: Der erste Sockelhöhenversteller wird hergestellt. Unter der Geschäftsführung von Günter und Dieter Henke wird das Unternehmen mit diesem Produkt sensationelle Erfolge in der Küchenmöbelindustrie erreichen.

Bei Paul Henke wird weiter in die Zukunft investiert: Die erste Zinkdruckgussmaschine wird aufgestellt und die Lackierung mit Handspritzwand nimmt den Betrieb auf. Das inzwischen aus „allen Nähten platzende“ Bürogebäude wird neu gebaut, mit einem dahinter liegenden Werkzeugbau.

Die nächste Generation tritt in die Fußstapfen des Firmengründers: Roger Henke, Sohn von Dieter Henke, beginnt bei Paul Henke als Werkzeugmechaniker. Der Betrieb bleibt weiter auf dem neuesten Stand der Technik: Leitrechner für Spritzgießmaschinen werden eingeführt.

Tiefe Trauer in der Belegschaft und bei allen Geschäftsfreunden: Im Alter von nur 49 Jahren verstirbt Günter Henke. Den erstmaligen Auftritt auf der Kölner Messe „Interzum“ hatte er noch entscheidend mit vorbereitet.

Der Sprung über „den großen Teich“ gelingt, Henke-Produkte werden erstmals auf einer Messe in den USA präsentiert. In Löhne-Gohfeld mietet die Firma 6000 Quadratmeter Hallenfläche des ehemaligen Unternehmens „Möbel Witte“ an.

Dieter Henke stellt sich der großen Herausforderung das Unternehmen alleinig weiterzuführen und legt somit den Grundstein für die beispiellose Weiterentwicklung der heutigen Unternehmen.

Deutschland ist wiedervereint und ein neues Wirtschaftswunder zeichnet sich ab. Paul Henke rüstet sich für den aufkommenden Möbel-Boom: Die 100. Spritzgießmaschine wird in Betrieb genommen.

Eine automatische Lackieranlage steigert die Produktivität und erweitert die Kompetenzpalette. Die Unabhängigkeit von externen Dienstleistern wird weiter verstärkt. Die Mitarbeiterzahl steigt auf 120.

In Löhne wird weiter expandiert, man nutzt aber auch die Gelegenheit zum Kauf eines in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Herstellers von dekorativen und technischen Kunststoff-Profilen: Als Schwesterfirma von Paul Henke wird die project Kunststofftechnik GmbH in Bad Salzuflen wieder in geordnete finanzielle Verhältnisse geführt. Beide Unternehmen ergänzen sich nun in ihrer Produktpalette.

Die „Witte-Hallen“ werden samt dem über 10.000 Quadratmeter großen Grundstück gekauft.
Im Musterraum werden die EDV-gesteuerten Shuttle für 10.240 Musterkästen in Betrieb genommen Der Verkauf kann nun einsehen, welche Muster auf Lager sind. Das beeindruckende Bauwerk ist 18 Meter hoch und 45.840 Kilogramm schwer.

Bei Henke rüstet man sich für die Anforderungen des nächsten Jahrtausends. Roger Henke wird zum weiteren Geschäftsführer ernannt, seine Schwester Jessica Henke beginnt im Unternehmen als Industriekauffrau. Eine 1400 Quadratmeter große Halle eines Nachbarbetriebes wird gekauft und zu einer hochmodernen Lackiererei umgebaut. Die Telefonanlage wird auf bis zu 200 Nebenstellen ausgebaut. In der Farbabteilung werden zwei Shuttle von 18 Meter Höhe aufgestellt, die Platz für 6.960 Farbbehälter bieten.

Bei Paul Henke erhält der Werkzeugbau ein 8 Meter hohes Werkzeug-Shuttle. Über Leitrechner werden hier 2400 verschiedene Teile von der einfachen Schraube bis zum Fräser verwaltet und bis zur Bestellung gesteuert.

Auch die Heizung bei Paul Henke ist jetzt computergesteuert. In einer Auflage von 3000 Exemplaren erscheint der Henke-Katalog erstmals in Ringbuchform.

Paul Henke ersteigert ein weiteres Nachbargrundstück mit Hallen und Bürogebäude. Das gesamte Betriebsgrundstück in Löhne-Gohfeld ist nun mehr als 38.000 Quadratmeter groß. Das neu eingeführte QM-System ISO 9001/2000 liegt im Trend der Zeit.

Erstmals erhält Henke-Beschläge einen Auftrag aus der deutschen Vorzeige-Industrie, der Automobilbranche. Über 6 Jahre werden für den VW Golf 5 gut 2 Millionen Kunststoff-Leisten hergestellt.

Hightech verbessert kontinuierlich die Möglichkeiten im Werkzeugbau bei Paul Henke. Die Mitarbeiter sind begeistert über die Anschaffung einer Laser-Schweißmaschine der allerneusten Generation.

Paul Henke kauft die erste vollelektrische Spritzgießmaschine. Der Versand wächst um 300 Quadratmeter Fläche. Eine Ergo-Tech 200t mit Roboter ist die 300. Spritzgießmaschine, die bei Paul Henke aufgestellt wird.

Paul Henke und project präsentiert sich erstmals auf der ZOW-Messe in Bad Salzuflen. Das Fachpublikum reagiert sehr positiv auf die vorgestellten Neuheiten, das Griffprofil Vario, das Henke-Winkelprofil mit Ecken und das Sockelprofil 2008.

Der Neubau der 1600 Quadratmeter großen Halle 17 beginnt. Hier entsteht das neue Paul Henke-Wahrzeichen, der in die Halle integrierte TowerMat, der mit einer Höhe von 28 Metern fast 3000 Werkzeuge aufnehmen kann.

Die Halle 17 und der TowerMat werden fertiggestellt und in Betrieb genommen. Damit wird die Produktion bei Paul Henke noch effektiver und effizienter. Betriebsleitung, Qualitätssicherung und Technik erhalten in der neuen Halle moderne und gut ausgestattete Büros.

Bei Paul Henke wird die 330. Demag-Spritzgießmaschine angeschafft. Eine modern gestaltete, gut 300 Quadratmeter große Hausausstellung wird eingerichtet. Nun besteht die Möglichkeit, die Produkte bei Kundenbesuchen in einem sehr repräsentativen Rahmen zu zeigen. Die Mitarbeiter der Verwaltung freuen sich, dass sie in den Räumen der alten Ausstellung nun zusätzlichen Büroraum gewinnen.

Das zertifizierte Managementsystem nach DIN ISO 9001:2008 wird eingeführt.
Der Innenauszug „choice-h“, eine neue Höhenverstellung für Sockelfüße und ein blickdichtes Lüftungsgitter sind Messeneuheiten, mit denen Paul Henke viele Besucher auf den Messestand auf der ZOW anzieht.

Eine neue Kühlanlage für die Spritzgießwerkzeuge wird während der Sommerferien in den Produktionshallen installiert. Mit der neuen hocheffizienten Kühlanlage, welche den Energieverbrauch noch einmal deutlich minimiert, sieht sich Paul Henke für die nächsten zwei Jahrzehnte in diesem Bereich gut aufgestellt.

Paul Henke verändert das „Gesicht“ an der Brückenstraße: Im Zuge einer grundlegenden Fassadenrenovierung des Bürogebäudes werden auch alle Fenster komplett ausgetauscht. Alle Kollegen profitieren nun von den modernen Beschattungssystemen welche die Sonneneinstrahlung fernhalten.

Die größte Investition in der Geschichte von Paul Henke: 20 rein elektrisch betriebene Demag-Spritzgießmaschinen gehen in betrieb. Mit dieser Investition in Höhe von mehreren Millionen Euro wird nicht nur die Effizienz in der Produktion weiter gesteigert. Auch die Mitarbeiter profitieren, da die ohne Hydraulik betriebenen Maschinen, wesentlich leiser arbeiten und seltener nachjustiert werden müssen.

Der Corona-Ausbruch zu Beginn des Jahres stellt die Menschen, die Branche und das Unternehmen vor bisher nie dagewesene Herausforderungen. Investitionen werden zurückgestellt. Der Schutz der Mitarbeiter sowie die Lieferzuverlässigkeit gegenüber den Kunden haben oberste Priorität.